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Rechtsprechung rund ums Verkehrsrecht, Bußgeldrecht und Verkehrsstrafrecht

Wer unter Cannabis-Einfluss gefahren ist, muss sowohl mit einem Fahrverbot als auch mit dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen. Foto: Louis Hansel auf Unsplash
OLG Düsseldorf bestätigt Fahrverbot trotz paralleler Fahrerlaubnisentziehung

 Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat eine Rechtsbeschwerde gegen ein Fahrverbot wegen Cannabis-Konsums abgelehnt. Der Betroffene hatte geltend gemacht, dass zuvor aufgrund desselben Lebenssachverhalts bereits verwaltungsrechtlich die Entziehung der Fahrerlaubnis ausgesprochen worden sei, und sah hierin eine Doppelbestrafung (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 19.12.2022, Az.: 2 RBs 179/22).

Auch wenn Berufskraftfahrern der Jobverlust droht, braucht ein Absehen vom Fahrverbot eine sehr genaue Begründung. Foto: Nigel Tadyanehondo auf Unsplash
OLG Frankfurt stärkt Anforderungen an Ausnahme vom Fahrverbot

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat eine Entscheidung des Amtsgerichts Wiesbaden aufgehoben, das einem Berufskraftfahrer trotz erheblichen Tempoverstoßes ein Fahrverbot erspart hatte. Die Richter betonten: Ausnahmen vom Regelfahrverbot sind möglich – müssen aber fundiert begründet und auf nachweisbaren Tatsachen beruhen (OLG Frankfurt, Beschluss vom 26.04.2022, Az.: 3 Ss-OWi 415/22).

Einen Anhänger mit einem nicht für ihn vorgesehenen Kennzeichen am Straßenrand abzustellen, kann böse Folgen haben. Foto: Kenny Eliason auf Unsplash
Gericht bestätigt weite Auslegung des Begriffs „Gebrauch machen" beim Kennzeichenmissbrauch

Ein Anhänger mit falschem Kennzeichen gilt bereits dann als „in Gebrauch genommen“, wenn er im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt wird. Das hat das Bayerische Oberste Landesgericht (BayObLG) im Fall eines Angeklagten entschieden, der einen Anhänger mit einem nicht für dieses Fahrzeug vorgesehenen Kennzeichen im öffentlichen Verkehrsraum am Straßenrand abgestellt hatte (BayObLG, Beschluss vom 03.11.2021, Az.: 203 StRR 504/21).

Nutzung eines Smartphones im Auto. Gerichte prüfen streng, ob das Gerät tatsächlich in einer Halterung oder doch freihändig bedient wurde. Foto: Leiada Krözjhen auf Unsplash
„Handyspange“ schützt nicht vor Strafe – Gericht bestätigt Handyverstoß
Ein Autofahrer aus Frankfurt wollte ein Bußgeld wegen verbotswidriger Handynutzung mit dem Hinweis auf eine sogenannte „Handyspange“ abwehren. Doch das Amtsgericht (AG) Frankfurt am Main zeigte wenig Verständnis und bestätigte das verhängte Bußgeld – die Begründung fiel deutlich aus (AG Frankfurt am Main, Urteil vom 17.08.2021, 976 OWi 661 Js-OWi 51914/20).

Vom Arzt verordnete amphetaminhaltige Medikamente sind kein Freibrief zur Teilnahme am Straßenverkehr unter Drogeneinfluss. Foto: danilo.alvesd auf Unsplash
Fahrerlaubnisentzug nach ärztlich verordnetem Amphetaminkonsum bestätigt

Das Verwaltungsgericht (VG) Koblenz hat den Eilantrag eines Autofahrers abwiesen, der sich gegen den Entzug seiner Fahrerlaubnis gewehrt hatte, da ihm ein amphetaminhaltiges Medikament ärztlich verordnet worden war. Der Mann hatte bei einer Polizeikontrolle drogentypische Ausfallerscheinungen gezeigt, und der toxikologischer Befund hatte den Konsum von Amphetamin nachgewiesen (VG Koblenz, Beschluss vom 19.05.2022, Az.: 4 L 455/22.KO)

Foto: Marco Biondi auf Unsplash
Gericht kippt Urteil: Streit um Rotlichtverstoß geht in die nächste Runde

Das grüne Licht einer Ampelanlage sollte nicht dazu verleiten, ohne genauen Blick auf die Verkehrslage in einen Kreuzungsbereich einzufahren. Wenn der Fahrer noch vor der eigentlichen Kreuzung zum Halten kommt und die Ampel auf Rot umschaltet, kann dies ein vorwerfbarer Rotlichtverstoß durch Einfahren in eine Kreuzung bei Rot sein, sofern der Fahrer mit einem Umschalten der Ampel rechnen musste. Das hat das Bayerische Oberste Landesgericht (BayObLG) klargestellt (Beschluss vom 07.07.2025, Az.: 201 ObOWi 407/25).